Presse-Mitteilungen

Die Pressemitteilungen der NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland

Stieglitz. Foto © NABU/Constantin Sittmann
Stieglitz. Foto © NABU/Constantin Sittmann

NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland | PRESSEMITTEILUNG | 19/26 | 26. Mai 2026

 

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Stunde der Gartenvögel 2026

 

Spitzenreiter: Sperlinge – Stabilisierung von Amselbeständen, Sorge um Finkenvögel

 

Landkreise Hameln-Pyrmont, Hildesheim, Holzminden und Schaumburg finden 500 Gartenvögel mehr – Grün- und Buchfinken weiterhin unter Druck

 

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Region Weserbergland – Die diesjährige „Stunde der Gartenvögel“ des NABU zeigt für die Landkreise Hameln-Pyrmont, Hildesheim, Holzminden und Schaumburg insgesamt ein erfreulich stabiles Bild der heimischen Vogelwelt: 500 Individuen mehr wurden an dem Wochenende bei gleichbleibender Teilnehmendenzahl entdeckt und gemeldet.

 

 

Unangefochtener Spitzenreiter sind erneut Haussperlinge, gefolgt von Star und Kohlmeise. Das besorgniserregende Schwinden der Amselbestände, aufgrund des Usutu-Virus im letzten Jahr, wurde nicht wiederholt – ein bedeutender Zuwachs konnte jedoch nur in der Region Holzminden verzeichnet werden.
Die landesweite Sorge um Finkenbestände konnte im Weserbergland glücklicherweise nur vereinzelt und eher für Buchfinken als für Grünfinken bestätigt werden.

 

 

Während des Zählwochenendes am zweiten Maiwochenende wurden in der Region insgesamt mehr als 12.600 Vögel erfasst. Die gleichbleibend hohe Beteiligung sorgt für eine besonders aussagekräftige Datengrundlage zur Entwicklung der heimischen Vogelwelt.

 

„Die Ergebnisse zeigen, dass viele typische Gartenvögel in der Region Weserbergland weiterhin gute Lebensbedingungen finden! Allerdings zeigt der Langzeittrend weiterhin nach unten – das sogenannte ´Baseline-Shifting-Syndrom´ lässt grüßen. Damit verkennen wir langfristige Abwärtstrends unserer natürlichen Umgebung – ob nun in der Insektenwelt oder den darauf angewiesenen Vögeln“, erklärt Philip Helmsen von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Weserbergland.

 

 

 

Haussperling weiterhin auf Platz eins

 

Der Haussperling kann auch 2026 in allen vier Landkreisen seine Spitzenposition verteidigen. In den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden wurden im Vergleich zum Vorjahr leicht steigende Zahlen registriert. Insgesamt scheint es, dass sich die Bestände des beliebten „Spatzen“ regional stabilisiert haben.

 

Auch viele der gartenüblichen Meisenarten – Kohlmeise und Blaumeise sowie teilweise auch Schwanz- oder Tannenmeise hatten Zuwächse zu verzeichnen.

 

Die Amsel zeigt nach den schwierigen Jahren durch das Usutu-Virus ebenfalls wieder stabilere Zahlen. Bedauerlicherweise scheinen vor allem Schwalben und Mauersegler weiterhin einem Abwärtstrend zu folgen.
„Sowohl Schwalben als auch Seglerarten haben mit enormen Herausforderungen zu kämpfen – vor allem schwindender Nist- und Lebensraum als auch rapide schwindende Nahrungsgrundlagen: Insekten!“, betont Helmsen.

 

 

 

Besonderer Fokus auf die Finkenvögel

 

Im Mittelpunkt der diesjährigen Auswertung stehen Finkenvögel aufgrund von Trichomonaden-Infektionen (Trichomonas gallinae). Dieser vermehrt sich häufig an Futterstellen und befällt den Verdauungstrakt der Finken. Hier zeigen sich vor allem beim Buchfinken, Stieglitz und Girlitz abnehmende Tendenzen, jedoch mit regional teils deutlichen Unterschieden. Der Grünfink und dessen berüchtigtes „Grünfinkensterben“ konnte im Weserbergland glücklicherweise nicht bestätigt werden – trotz regionaler Trend-Differenzen.

 

„Bei den steigenden Temperaturen ist ein kühles Bad in einer kleinen Wasserstelle sicherlich eine Verlockung für viele Sing- und Gartenvögel, allerdings nur, wenn das Bad regelmäßig mit heißem Wasser desinfizierend gereinigt wird – am besten täglich! Eine Fütterung im Sommer ist hingegen eher nicht zu empfehlen, da sich Erreger bei den hohen Temperaturen schneller im Futter vermehren.“, empfiehlt NABU-Mitarbeiter Philip Helmsen.

 

Ein Erfolg scheint sich dagegen beim Gimpel zu finden. Der farbenfrohe Vogel profitiert in allen Landkreisen offenbar von naturnahen Gärten, Wildblumenflächen und samenreichen Pflanzen.

 

 

 

Stabile Beteiligungszahlen

 

Auch 2026 konnte eine gleichbleibend hohe Beteiligung an der Mitmachaktion im Weserbergland verzeichnet werden. Mehr Beobachtungen sorgen für belastbarere Ergebnisse und ermöglichen einen besseren Überblick über die Entwicklung der Vogelwelt in der Region, aber auch bundesweit.

 

„Jede Stunde Vogelzählen hilft uns dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Gerade langfristige Entwicklungen bei häufigen Arten sind wichtige Hinweise auf den Zustand unserer Kulturlandschaft. Vielleicht schaffen wir es nächstes Jahr noch mehr Menschen für eine Stunde in die Gärten zu locken und zum Vögel zählen zu begeistern “, zwinkert Helmsen.

 

 

 

Naturnahe Gärten bleiben entscheidend

 

Die NABU-Regionalgeschäftsstelle Weserbergland ruft weiterhin dazu auf, Gärten vogel- und insektenfreundlich zu gestalten:

 

  • heimische Sträucher pflanzen
  • Wildblumen wachsen lassen
  • auf Pestizide verzichten
  • (hygienische) Wasserstellen anbieten
  • Brutplätze erhalten oder ausbauen

 

Besonders Finkenvögel profitieren von samenreichen Pflanzen und strukturreichen Gärten.

 

 

 

Hintergrund

 

An der bundesweiten „Stunde der Gartenvögel“ beteiligen sich jedes Jahr zehntausende Menschen. Dabei werden eine Stunde lang alle Vögel im Garten, Park oder auf dem Balkon gezählt und gemeldet. Die Aktion liefert wichtige Hinweise zur Entwicklung häufiger Vogelarten in Deutschland.

 

 

 

Druckfähige Fotos:

 

Stieglitz, © NABU/Constantin Sittmann

 

 

 

Hinweis zum Abdruck von NABU-Fotos:
Der NABU Niedersachsen gestattet den einmaligen Abdruck des/der gesendeten Fotos im Kontext der besprochenen, NABU-bezogenen Berichterstattung. Voraussetzung ist die Nennung des Fotografen wie mitgeteilt. Bei nicht autorisierter weiterer Verwendung bzw. bei besprochener Verwendung, jedoch ohne Nennung des Fotografen, behält sich der NABU das Recht vor, ein der Veröffentlichung angemessenes Honorar nachzufordern. Der Weiterverkauf des gelieferten Bildmaterials an Dritte ist nicht gestattet.

 

 

 

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Beweidung in Rahden. Foto © Anna Schulte-Eickholt
Beweidung in Rahden. Foto © Anna Schulte-Eickholt

NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland | PRESSEMITTEILUNG | 17(15)/26 | 13. Mai 2026

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Lernt uns kennen!

Treffen für alle Naturinteressierte in und um Auetal

Der NABU Auetal lädt ein

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Nach der Winterpause startet der NABU Auetal mit frischen Ideen und neuen Aktionen in die Saison. Nach dem ersten gemeinsamen Auftakt zur „Stunde der Gartenvögel“ am 09. Mai folgt nun der nächste Schritt: Am Montag, den 18. Mai, lädt der NABU herzlich zu einem offenen Treffen in die Alte Molkerei, Saal 2, von 18:00 bis 20:00 Uhr ein.

 

Eingeladen sind alle, die sich für Natur- und Umweltschutz interessieren und Menschen mit ähnlichen Interessen kennenlernen möchten – unabhängig von Vor- und Fachwissen. In lockerer Atmosphäre gibt es Gelegenheit zum Austausch, Kennenlernen und gemeinsamen Ideensammeln.

 

„Wir würden uns sehr freuen, wenn sich aus dem ersten Treffen Menschen finden, die Lust haben, sich aktiv einzubringen“, sagt Elefteria Schilla, Trainee der NABU-Regionalgeschäftsstelle Weserbergland. „Besonders suchen wir engagierte Personen, die künftig Verantwortung im Vorstand übernehmen möchten, damit die Gruppe im Auetal wieder eigenständig und langfristig aktiv sein kann.“

 

Auch für die kommenden Monate sind bereits weitere Aktionen geplant: Der NABU Auetal beteiligt sich unter anderem am „Insektensommer“ am 06. Juni, bei dem heimische Insekten näher kennengelernt werden können. Außerdem ist die Gruppe auf dem Vereinstag am 28. Juni in Hattendorf, sowie bei dem Sommerfest der Falknerei Greifenherz am 29. August mit einem Stand vertreten.

Der NABU Auetal freut sich über alle, die vorbeikommen, mitreden oder einfach mal reinschnuppern möchten. Gemeinsam lässt sich vor Ort viel für Natur und Umwelt bewegen.

 

Für eine optimale Planung bitten wir um eine (unverbindliche) Anmeldung an: [email protected]


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Beweidung in Rahden, © Anna Schulte-Eickholt

 

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Wilder Garten. Foto © NABU/Volker Gehrmann
Wilder Garten. Foto © NABU/Volker Gehrmann

NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland | PRESSEMITTEILUNG | 16/26 | 04. Mai 2026

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 Garten/Biodiversität

 

NABU: Niedersachsens Natur braucht jetzt Taten

Wie ungemähte Flächen wichtige Lebensräume schaffen und das ökologische Gleichgewicht stärken. 

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Region Weserbergland – Im Mai einfach mal nichts tun und dabei aktiv die Artenvielfalt fördern: Dazu rufen die NABU Regionalgeschäftsstellen – darunter die RGS Weserbergland in ganz Niedersachsen auf. Beim alljährlichen Aktionsmonat „Mähfreier Mai“ sollen Rasenmäher pausieren, damit Pflanzen und Rasen ungestört wachsen und wertvolle Lebensräume entstehen können. In Großbritannien ist die Aktion bereits seit Jahren unter dem Namen „No Mow May“ etabliert.

 

Artensterben spitzt sich weiter zu
In Deutschland gibt es rund 17 Millionen Privatgärten, doch viele bieten kaum noch Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Dabei machen sie einen erheblichen Anteil der städtischen Grünflächen aus und bergen großes Potenzial für den Artenschutz. Gleichzeitig ist etwa ein Drittel der Tier-, Pflanzen- und Pilzarten gefährdet, bei den heimischen Wildbienenarten gilt das bereits für mehr als die Hälfte. Dabei betrifft die Entwicklung nicht nur die Insekten, sondern längst auch uns Menschen, denn wir sind auf funktionierende Ökosysteme und ihre Ökosystemdienstleistungen angewiesen. Insekten spielen dabei eine zentrale Rolle für das ökologische Gleichgewicht, auch für ökonomische Belange.

 

Kleiner Aufwand, großer Effekt
Durch eine zunehmende Bodenversiegelung und den Einsatz von Pestiziden gehen auch in Gärten immer mehr kleinräumige Habitate verloren. Der „Mähfreie Mai“ setzt genau hier an: „Wer das Mähen vorübergehend aussetzt, schafft Raum für mehr Natur. Gerade im Frühling profitieren Pflanzen davon, ungestört wachsen zu können. Das bringt mehrere Vorteile mit sich: geringerer Arbeitsaufwand und Wasserbedarf wird reduziert, da längeres Gras widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit ist. Ein naturnaher Garten wirkt sich zudem positiv auf das Wohlbefinden aus.“ erklärt Philip Helmsen von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Weserbergland. „Das einzige, was man aushalten muss, ist den Gärten ein wenig mehr ´Wildheit´ und weniger ´Ordnung´ zu erlauben“, grinst der NABU-Mitarbeiter.

 

Gärten als wertvolle Lebensräume
Naturnah gestaltete Gärten können zu wichtigen Rückzugsorten und verbindenden Trittsteinbiotopen für Tieren und Pflanzen werden. Sie dienen als Brutstätte, Nahrungsquelle und Rastplatz und fördern so den genetischen Austausch sowie die Verbreitung vieler Arten. Besonders wertvoll sind heimische Wildpflanzen, da sie sich gemeinsam mit der Tierwelt entwickelt haben und oft die Nahrungsgrundlage für spezialisierte Insektenarten bieten. Dennoch werden viele dieser ökologisch wichtigen Krautarten noch immer als „Unkraut“ bezeichnet. „Dieser Begriff verkennt ihren Wert und zeigt, wie notwendig ein Umdenken ist. Wildkräuter ist hier viel passender. Die Zeiten in denen diese Pflanzen durch hohe Konkurrenzkraft die subsistenzwirtschaftliche Versorgung auf dem eigenen Hof gefährdet hat, sind vorbei!“, erklärt Helmsen.

 

Naturnahe Gärten bieten bestäubenden Insekten reichlich Nahrung. Ohne sie gäbe es viele unserer Lebensmittel und Kulturpflanzen wie Äpfel oder Tomaten nicht. Gleichzeitig sind Insekten eine zentrale Nahrungsquelle für zahlreiche Tierarten: Viele Gartenvögel sind darauf angewiesen, ihre Jungen mit proteinreichen Insekten zu versorgen. Wer Insekten fördert, unterstützt daher auch Vogelarten wie Kohlmeise, Gartenrotschwanz oder Kleiber bei der Aufzucht ihres Nachwuchses.

 

„Insekten bilden das Fundament unserer Lebensgrundlage und des Nahrungsnetzwerks der gesamten Biosphäre! Jeder Garten zählt und kleine Veränderungen können viel bewirken.“, so Helmsen. Naturnahe Gärten schaffen zudem gute Voraussetzungen für die Teilnahme an weiteren NABU-Aktionen wie der „Stunde der Gartenvögel“.

 

Aufruf zur Teilnahme: Stunde der Gartenvögel
Vom 8. bis 10. Mai 2026 findet die 22te „Stunde der Gartenvögel“ statt. Teilnehmende sind dazu aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel im eigenen Garten zu beobachten, zu bestimmen und zu zählen. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise auf den Zustand unserer heimischen Vogelwelt. Naturnahe Flächen locken besonders viele Vögel an und bieten ihnen Nahrung sowie Rückzugsorte.

 

Mitmachen

Unter www.stundedergartenvoegel.de finden Sie Informationen zur Stunde der Gartenvögel. Für Kinder bietet die NAJU die „Schulstunde der Gartenvögel“ (4. bis 8. Mai) an. Dazu gibt es Materialien zum Basteln und Lernen unter www.naju.de/sdg. Pressebilder und Grafiken gibt es unter www.NABU.de/SdG-Medieninfos.

 

Druckfähige Fotos:

Wilder Garten. Foto © NABU/Volker Gehrmann

Stunde der Gartenvögel. Foto © NABU/Sebastian Hennigs

 

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Untere Havel. Foto © NABU/Volker Gehrmann
Untere Havel. Foto © NABU/Volker Gehrmann

NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland | PRESSEMITTEILUNG | 15/26 | 29. April 2026

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WVO/Naturschutz

 

NABU: Niedersachsens Natur braucht jetzt Taten

Nationaler Wiederherstellungsplan bietet große Chancen, erfordert aber konsequente Umsetzung und politischen Willen

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Hannover – Der NABU Niedersachsen bewertet den von Bund und Ländern vorgelegten nationalen Wiederherstellungsplan der Natur als wichtigen Schritt, um Naturverlust und Klimakrise wirksam zu begegnen. Gleichzeitig macht der Verband deutlich, dass der aktuelle Entwurf den Herausforderungen im Land bislang nicht gerecht wird. Entscheidend ist nun, dass aus einem strategischen Rahmen konkrete, verbindliche Maßnahmen werden, die in Niedersachsen tatsächlich Wirkung entfalten.

 

„Der vorgelegte Wiederherstellungsplan ist ein wichtiger Schritt, doch entscheidend ist jetzt die konkrete Umsetzung vor Ort. Niedersachsen muss endlich seine Verpflichtungen aus dem europäischen Naturschutzrecht erfüllen. Dafür braucht es verbindliche, gebietsspezifische Erhaltungs- und Entwicklungsziele, ein aktives Management unserer Schutzgebiete und ein transparentes Monitoring. Nur so lässt sich der Zustand unserer Lebensräume und Arten wirksam verbessern“, so Prof. Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen.
Der Plan ist das zentrale Instrument zur Umsetzung der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur, die seit 2024 gilt. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten erstmals dazu, geschädigte Ökosysteme systematisch zu verbessern und bis 2030 auf einem erheblichen Teil der Flächen wirksame Maßnahmen umzusetzen.

 

Klare Erwartungen aus der Bevölkerung
Der Handlungsdruck ist nicht nur ökologisch, sondern auch gesellschaftlich hoch. Eine aktuelle Umfrage zeigt eine breite Zustimmung zur Wiederherstellung der Natur in Niedersachsen.
„Wenn sich 88 Prozent der Menschen in Niedersachsen dafür aussprechen, unsere Natur wiederherzustellen, ist das ein unmissverständliches Signal an die Politik“, betont Buschmann. „Die Botschaft ist klar. Jetzt kommt es darauf an, diesen Auftrag entschlossen und verantwortungsvoll umzusetzen.“
Natur ist für die Bevölkerung ein zentraler Faktor für Lebensqualität. Gleichzeitig wachsen die Sorgen vor den Folgen der Klimakrise wie Dürre, Hitze und Starkregen. Intakte Ökosysteme sind entscheidend, um diesen Entwicklungen wirksam zu begegnen.

 

Wiederherstellung konsequent umsetzen
Niedersachsen verfügt über wertvolle Moore, Wälder und Auenlandschaften, die eine zentrale Rolle für Artenvielfalt, Klimaschutz und den Wasserhaushalt spielen. Ihre Wiederherstellung bietet die Chance, mehrere Krisen gleichzeitig anzugehen. Auch natürliche Prozesse zeigen, wie wirkungsvoll Renaturierung sein kann. Der Biber etwa gestaltet Gewässer eigenständig um, schafft neue Lebensräume und verbessert den Wasserhaushalt. Solche Ansätze verdeutlichen, welches Potenzial in der Wiederherstellung steckt, wenn sie konsequent zugelassen und gefördert wird. Auch durch tierische Helfer.

 

NABU Niedersachsen fordert: Schutzgebiete stärken und besser vernetzen
Aus Sicht des NABU Niedersachsen bleibt der Wiederherstellungsplan der Natur in zentralen Punkten zu unkonkret. Für eine wirksame Umsetzung im Land sind daher klare Nachbesserungen erforderlich:

 

• Bestehende Naturschutzverpflichtungen konsequent umsetzen, insbesondere in FFH- und Natura 2000-Gebieten, mit verbindlichen Zielen, aktivem Management und transparentem Monitoring
• Natura 2000-Gebiete zu einem funktionierenden Netzwerk weiterentwickeln, indem Lebensräume besser vernetzt und langfristig gesichert werden
• Moore, Auen und weitere ökologisch wertvolle Flächen gezielt wiederherstellen und zusätzliche Schutzgebiete ausweisen
• Kommunen und Landnutzer stärker unterstützen, um Maßnahmen wie Biotopvernetzung und Gewässerrenaturierung vor Ort umzusetzen
• Die Finanzierung der Wiederherstellung deutlich ausbauen und langfristig absichern

 

Gerade die Entwicklung eines funktionierenden Natura 2000-Netzwerks ist entscheidend, damit Wiederherstellung nicht punktuell bleibt, sondern großflächig wirkt.

 

Beispiel Voslapper Groden zeigt Zielkonflikte deutlich
Wie weit Anspruch und Realität derzeit auseinanderliegen, zeigt ein aktueller Konflikt in Niedersachsen: Im FFH-Vogelschutzgebiet Voslapper Groden-Nord in Wilhelmshaven soll ein bedeutender Brutvogellebensraum für ein fossiles Industrieprojekt überplant werden. Statt das Gebiet als Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes zu sichern und weiterzuentwickeln, droht eine Zerschneidung in mehrere, voneinander getrennte Ersatzflächen. Aus Sicht des NABU Niedersachsen steht dieses Vorgehen im klaren Widerspruch zu den Zielen der Wiederherstellungsverordnung. Schutzgebiete sollen nicht geschwächt, sondern gestärkt und miteinander verbunden werden.
„Ein funktionierendes Natura 2000-Netzwerk entsteht nicht auf dem Papier, sondern durch konsequenten Schutz und Entwicklung bestehender Gebiete. Wenn wertvolle Lebensräume zerschlagen werden, untergräbt das die gesamte Wiederherstellungsstrategie“, mahnt Buschmann. „Gerade hier braucht es vollständige Managementpläne, eine verlässliche Finanzierung und insbesondere politischen Willen damit Schutzgebiete ihre ökologische Funktion erfüllen können.“

 

Jetzt nachschärfen und verbindlich handeln
Viele Ökosysteme in Niedersachsen sind bereits stark beeinträchtigt. Trockengelegte Moore, verbaute Flüsse und der fortschreitende Verlust von Lebensräumen zeigen den dringenden Handlungsbedarf.
„Der vorgelegte Plan reicht in seiner jetzigen Form nicht aus, um die bestehenden Probleme wirksam zu lösen. Niedersachsen muss hier deutlich nachlegen und die Wiederherstellung mit mehr Verbindlichkeit, Tempo und Ressourcen vorantreiben“, so Buschmann.
Gleichzeitig betont der NABU Niedersachsen die Chance, die im Wiederherstellungsplan liegt.

 

„Die Wiederherstellung der Natur ist eine Investition in unsere Zukunft. Damit der Plan seine Wirkung entfalten kann, muss die Landesregierung diesen jetzt konkretisieren, ausreichend finanzieren und konsequent umsetzen. Die Menschen in Niedersachsen erwarten zu Recht sichtbare Fortschritte“, so Buschmann abschließend.

 

Druckfähige Fotos:

Untere Havel. Foto © NABU/Volker Gehrmann

 

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Weideflächen bei Raden. Foto © W. Rückert
Weideflächen bei Raden. Foto © W. Rückert

NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland | PRESSEMITTEILUNG | 14/26 | 28. April 2026

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Hecken-Café, Insekten kennenlernen und das Sommerfest der Falknerei Greifenherz – der NABU Auetal startet wieder.

 

Nachdem der NABU Auetal mit Abschluss der Geburtsbaumaktion im November 2025 in einen tiefen Winterschlaf verfallen ist, erwacht dieser nun und ist voller Tatendrang! 

 

Los geht es am Samstag, dem 09. Mai, zur Stunde der Gartenvögel: der NABU Auetal lädt alle die Lust haben zu einem „Hecken-Café“ auf seine Schutzflächen in Raden von 15:00 bis 17:00 Uhr ein (Koordinaten: 52.222987, 9.306083). Zu Kaffee, Tee und Kuchen werden wir gemeinsam von 15:30 bis 16:30 die verschiedenen Vögel beobachten und zählen – vielleicht bekommen wir auch seltene Arten wie den Neuntöter zu Gesicht?

 

Dr. Holger Buschmann, der Landesvorsitzende des NABU Niedersachsens, wird ebenfalls vor Ort sein und mitzählen. Die Stunde der Gartenvögel hat sich bislang nicht nur als spannende „Beobachtungs- und Zähl-Aktion“ bewährt, sondern auch als schöne Gelegenheit, um mit verschiedenen Menschen aus der Region ins Gespräch zu kommen.

 

Die Flächen bieten für viele verschiedene bedrohte Arten wie der Gelbbauchunke, verschiedenen Glockenblumen und Orchideen, einen wertvollen Lebensraum. Durch die Offenhaltung und Beweidung haben bestimmte Arten die Möglichkeit, dort anzusiedeln und zu überleben, was an vielen anderen Orten derartig nicht mehr möglich ist. 

 

„Ich freue mich schon! Jetzt, wo endlich alles grün geworden ist und blüht, bietet es sich doch super an, die ersten warmen Frühlingstage gemeinsam bei Vogelgesang mit Kaffee und Kuchen zusammen zu verbringen. Damit wir wissen, wie viel wir bereitstellen, bitte ich um Anmeldung.“ wirft Elefteria Schilla, Trainee der NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland, ein. Dazu eine kurze Nachricht an: [email protected]

Weitere Termine des NABU Auetal: 

 

  • 18. Mai: Treffen für alle Naturinteressierten aus Auetal und Umgebung im Gemeindehaus Rehren, 18:00 bis 20:00 Uhr. 
  • Anfang / Mitte Juni: Was krabbelt denn da? Insekten im Auetal (Infos folgen) 
  • 29. August: Sommerfest Falknerei Greifenherz, 11:00 – 20:00 Uhr. 

„Wenn du motiviert bist, dich mit uns gemeinsam für den Erhalt vieler Arten und unserer Lebensgrundlage einzusetzen oder einfach gerne in netter Gesellschaft draußen an der frischen Luft werkeln möchtest, schau gerne bei unseren Aktionen vorbei und sprich uns einfach an – wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen, unabhängig von Fachwissen oder Erfahrung!“ betont Elefteria Schilla. 

Kratt Eichen. Foto © NABU/CEWE/Alexander Kopp
Kratt Eichen. Foto © NABU/CEWE/Alexander Kopp

NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland | PRESSEMITTEILUNG | 13/26 | 27. April 2026

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NABU-Tipps

 Eldorado für Tiere, saubere Luft und Schatten:

 Die Hitparade der Bäume /NABU gibt Tipps

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Bäume: sie produzieren Sauerstoff, reinigen die Luft von Schadstoffen, kühlen das Stadtklima – gerade in den Zeiten der menschgemachten Klimakrise –  spenden Feuchtigkeit und halten Wasser im Naturraum. Diese Fakten sollten eigentlich jedem Kind bekannt sein! Das Bäume aber darüber hinaus, die zweite globale (Zwillings-)Krise, das Artensterben als Mini-Archen lindern können, ist weit weniger bekannt.

  

„Wenn es eine Art Hitparade der heimischen Bäume gäbe, hätten einige Arten eine gute Chance, einzurücken“, sagt Philip Helmsen von der NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland, der dazu ermuntern möchte, „unbedingt selbst eine ‚kleine grüne Brücke der Hoffnung in die Zukunft‘ hineinzubauen, indem einer oder mehrere Bäume gepflanzt werden!“

  

„Das Siegerpodest der Baum-Hitparade würde hierzulande sicher die Eiche erklimmen“, sagt der Naturschützer: An den größten und ältesten Exemplaren finden bis zu 6.000 Tierarten ein Habitat – ein Spitzenwert, davon gut ein Zehntel Insektenarten. Mehr als 10 Menschen werden durch eine 100-jährige Eiche mit Sauerstoff versorgt. An und in ihrem Stamm können, viele Vogelarten ihren Lebens- und Nahrungsraum finden. Je älter der Baum wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Artenvielfalt erhöht, auch und gerade dann, wenn am Baum Totholz zu finden ist, welches etwa Spechten zum Zimmern ihrer Höhle dienen kann – und in der Folge dann von höhlenbrütenden Vögeln, Fledermäusen und Insekten bezogen wird.“

  

Natürlich müsse bei der Pflanzung einer Eiche stets bedacht werden, dass sie sehr groß und breit sowie mehrere hundert Jahre alt werden könne. „Wer aber einmal beobachtet hat, wie sich Eichhörnchen am Stamm der Eiche jagen, wie Eichelhäher im Herbst die Eicheln aufklauben, um sie für den Winter anderorts zu verstecken, wer sehen konnte, wie ein Baumläufer mit seinem grazilen Schnabel aus dem letzten Winkel der Rinde kleine Spinnen und Insekten herausholt, wird begeistert sein und die Eiche immer wieder pflanzen, sie ins Herz geschlossen haben!“ ist der NABU-Mitarbeiter überzeugt.

  

Ebenfalls auf einem der vorderen Plätze der Hitparade dürfte nach Ansicht des NABU Niedersachsen die Hainbuche landen, die bis zu 20 stattliche Meter in der Höhe erreichen kann. „Dieser wunderbare Baum, der jahrhundertelang in Hutewäldern zum Einsatz kam, ist auch als Bienenweide beliebt, und seine Bucheckern decken im Winter das Büffet für viele Wildtiere. Hainbuchen können auch sehr gut als schnell dicht wachsende Gehölze in Hecken, sogar regelmäßig geschnittenen, eingesetzt werden, so wie ideale Brutquirle für allerlei heckenbrütende Vogelart bieten“, freut sich Helmsen.

 

Weit oben in der Hitparade ist ein Platz für eine Baumart reserviert, die vielen Menschen gar nicht bekannt sein dürfte – und doch für eine unglaubliche Fülle positiver Wirkungen für die Natur steht: Der Holzapfel! Wesentlich kleiner als Eiche und Hainbuche, aber in günstigen Lagen bis zu 10 Metern groß werdend, ist er ein echter „Allrounder“, wie Philip Helmsen berichtet: „Ihn lieben Vögel und Insekte gleichermaßen, als Fruchtlieferanten, Nahrungsquelle für Insekten und Brutgehölz.“ Ähnlich stehe es um die Mehlbeere, die Vogelkirsche, die Wildbirne und den Speierling.

 

„Die Bandbreite in Frage kommender Bäume im Garten ist wesentlich größer, als es viele Menschen ahnen“, betont NABU-Mitarbeiter Helmsen. „Eine gewisse Aufgeschlossenheit sollte dabei mitgebracht werden – und natürlich stets der wohl überlegte Gedanke daran, welche Standortansprüche und welchen Platzbedarf die verschiedenen Baumarten mitbringen!“

 

„Ist es nicht schön, sich bei der Pflanzung der Eiche oder Linde oder Buche oder anderer Bäume vorzustellen, wie im Jahre 2.469 künftige Kinder einen Kleiber an genau diesem Baum beobachten, der am Stamm herunterläuft, während in seiner Krone eine Singdrossel ihr herrliches Lied singt?“ fragt der NABU-Mitarbeiter, der „Bäume auch als ein Stückchen Balsam“ für die Seele bezeichnet, die „nicht nur“ auf Funktion und Nutzen reduziert werden dürfen. Er hofft daher – und ruft dazu auf – in der nächsten Pflanzperiode viele neue Bäume zu pflanzen, „viele echte Hoffnungsgeber und -bringer“. Das gemeinsame Anpflanzen ist mancherorts bereits halbprofessionell organisiert und lädt zu gemeinschaftlichen Pflanzevents.

 

Wer sich über Bäume und naturnahes Gärtnern, auch für die Vogelwelt, informieren möchte und dabei auch über Nisthilfen für Vögel sowie Fledermauskästen, die in Bäume gehängt werden können, kann beim NABU Niedersachsen ein kleines Info-Paket aus der Bauplansammlung Nisthilfen und der Farbbroschüre „Gartenlust“ anfordern. Es ist erhältlich gegen Einsendung von Briefmarken im Wert von 5 Euro beim NABU Niedersachsen, Stichwort Gartenlust, Alleestr. 36, 30167 Hannover.

  

Druckfähige Fotos:

Kratt Eichen. Foto © NABU/CEWE/Alexander Kopp

 

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